An manchen Tagen ist das Glück von vornherein vorhanden Es strahlt am Himmel und im eigenen Gesicht Es quetscht sich wie ein fulminantes Kuchenstück in die mit Hoffnung voll gestopfte Weltvitrine Es streckt sich an die Decke mit selbstverständlichem Geschick
An solchen Tagen ist das Glück im Ablauf unverschiebbar Ein beliebter Gast mit Sitzplatzgarantie ein kongenialer Partner dem sein Einsatz punktgenau gelingt
Es sind diese Tage an denen das Glück sich unbemerkt einschleicht als eleganter Begleiter mit dem selbst das Unmögliche selbstverständlich klingt Eine Teamlösung mit Aussicht auf Erfolg mit unbeschränkter Haftung und natürlichem Lachen in der Hinterhand
Ich nehme diese Tage an denen das Leben lebenswert ist ich füge sie zusammen damit sie sich ungezügelt vermehren frei nach Mendel oder sonstigen göttlichen Gesetzen und versuche die Essenz aufzuspüren die ihnen Atem einhaucht um sie zu reproduzieren und sie systematisch in meinen Alltag zu integrieren
weil ich daran glaube dass das tägliche kleine Glück wiederholbar ist
Sterz, Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kulturpolitik, Graz, Ausgabe 97/98, 2005 Schnipsel, Online-Literatur-Magazin, Bayern, Juli 2007